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INFERNALE MAJESTÄT

Ins Leben gerufen wurde die ewiggestrige Ein-Mann-Schwermetallband INFERNALE MAJESTÄT bereits im Jahre 1976, wobei die wirklich aktive Zeit erst 1989 anbrach und seitdem die Metalwelt und alles, was sich derer zugehörig fühlt, nicht mehr so nüchtern sein sollte wie ehemals davor. Beheimatet ist die Band in Augsburg/Textilviertel, livetechnisch ist sie aber meist außerhalb der Schwabenmetropole tätig, da in der Heimatstadt Auftrittsmöglichkeiten mit artverwandten Metalbands schlicht und einfach nicht vorhanden sind. Die musikalische Ausrichtung der Band ist klar definiert: pure fucking Metal ohne Firlefanz. Hier nun ein Auszug aus einem Selbstgespräch, zu dem sich spontaner Weise der Band- und Cheerleader Bernd in einer Vernunftspause bereiterklärt hatte. Here we go…

 

bernd

 

 

01. Welche Idee steckt hinter der Band, wie würdet ihr euch stilistisch einsortieren?
Bernd: Die Idee hinter INFERNALE MAJESTÄT ist einfach die, ne Band zu haben, die wo sich selbst und seinem Stil treu bleibt und ihn ab und an bearbeitet. Vorbilder gibt es einige, hauptsächlich aus den achtziger Jahren, wo das Echtmetall noch das war was es war und noch nicht zu dem wurde was es heute leider oftmals ist. Nuclear Blast Records, Dosenpfand und Gothen in der Rofa gab es in der glorreichen Zeit auch noch nicht und mit meinem Bandprojekt möchten wir einfach wieder zurück zu den Wurzeln aller metallischen Paradieszustände jener Zeit.

02. Gibt es einen kreativen Kopf innerhalb der Band, der das musikalische Konzept weitgehend vorgibt oder wird bei euch der demokratische Grundgedanke gelebt?
Bernd: Also ich geh mit mir schon meistens demokratisch um, keine Frage, das hält die Band zusammen und ist förderlich für die Chemie innerhalb der Band, welche sich aber nicht im konsumierten Bier, und zwar unter keinen Umständen, befinden darf. Ob der Kopf kreativ ist, dass müssen Andere beurteilen, etwa Fans, Groupies und Therapeuten. Das musikalische Konzept schreibt meine Plattensammlung und meine Stereoanlage vor, nicht zu vergessen das Rock Hard, der Metal Hammer, der Bussibär und das Hustler Magazin.

03. Welche musikalischen Vorbilder hattet ihr bei Bandgründung, von welchen Bands lasst ihr euch heute inspirieren?
Bernd: Ganz am Anfang unserer aktiven Zeit waren sicherlich Bands wie TKKG, (BENJAMIN) BLÜMCHEN und EAV, die wir alle stets auf Tapes hörten, mit ausschlaggebend für unsere heterosexuelle Ausrichtung. Dann kam die Wind Of Change von den SCORPIONS raus und unser Stil wurde härter und größer und härter und größer. Durch diese Urgewalt angetrieben wurden wir unaufhalt- und unbeirrbar. Heute inspirieren mich, äh, uns Bands wie GEHENNAH, welche sowohl musikalisch als auch lyrisch Maßstäbe setzen und sich stets weiter zurückentwickeln.

04. Wie lauten deine aktuellen drei Lieblingsscheiben?
Bernd: Eine ganz kniffelige Frage, da es mir schwer fällt, mich nur auf drei Scheiben geistig zu beschränken. Ich will es aber trotzdem mal versuchen, was bleibt mir auch anderes übrig: 1. Die Käsescheibe auf meinem Toast von heute Mittag – selten habe ich eine innovativere Scheibe verspeißt wie jene, einfach unglaublich diese Aromenvielfalt und das technische Können der Milchmoleküle. 2. SANCTUARY - Refuge Denied. SANCTUARY sind einfach die zeitgemäßeren und besseren NEVERMORE, mehr gibt´s dazu nicht hier hinzutippen. 3. Die Erde

05. Welches Ereignis war aus Sicht der Band bis dato das Highlight?
Bernd: Mit Sicherheit ganz vorne in einer Bewertungsskala ist das Ereignis anzusiedeln als wir vor einigen Jahren den ersten Schluck überhaupt vom Erdinger Pikantus zu uns genommen haben, dies veränderte uns und unsere Umwelt schlagartig. Das 3 – 0 gegen 18** (Unterliegt der Zensur - Anm. d. Verf.) war aber auch nicht von schlechten Eltern, oder unser letzter Auftritt auf dem Parkplatz des Keep It True - Festivals in Dittigheim.

06. Könnt ihr mit dem Verhältnis aus eurem Engagement und dem, was an Resonanz dabei herauskommt, zufrieden sein oder hat das Publikum die Band noch nicht vollständig angenommen?
Bernd: Der ein oder andere Lacher ist sicherlich noch mehr drin, keine Frage, aber im Großen und Ganzen sind wir mit der Resonanz schon zufrieden, wobei noch Steigerungen drin sind was weibliche Annäherungsversuche betrifft. Vollständig angenommen werden wollen wir aber gar nicht, denn dies würde bedeuten dass wir uns ausverkaufen und jedem Trend und kurzen Rock hinterherrennen müssten, so viel Puste haben wir schlicht und einfach nicht.

07. Welche Ziele verfolgt ihr mit INFERNAL MAJESTÄT?
Bernd: Nun ja, das wichtigste ist doch Spaß zu haben und der Welt da draußen zu zeigen, dass es noch mehr gibt als bockschwulen Pseudometal und Toleranz.

08. Siehst du innerhalb des Genres, in dem  ihr euch bewegt, noch Weiterentwicklungspotenzial, oder ist die Idee dahinter weitgehend ausgereizt?
Ich denke man kann sich immer noch weiterentwickeln, die Frage ist bloß wohin und warum überhaupt. Stillstand bedeutet zwar Rückschritt, das heißt aber noch lange nicht dass nichts vorwärts geht ohne dass man über den Tellerrand links und rechts schaut und stagniert. Ausgereizt bzw. total unrealistisch bzw. wünschenswert ist höchstens die Idee, dass in Zukunft die Vergangenheit nochmals wiederkehren könnte und somit die Musiklandschaft von GAMA Records und Vokuhilas aus dem Schwabenland mit Pornobalken in der Fresse und Spandexhosen in Schachbrettmustern dominiert wird, ich hoffe darauf, yo.

09. Gibt es deiner Meinung nach eine regionale Metalszene im weiträumigen Einzugsgebiet des Augsburger Textilviertels oder handelt es sich dabei um autark operierende Bands?
Bernd: Operieren tut hier nur die Band OBERARZT. Ansonsten gibt es hier noch ne Vereinigung von bekloppten Idealisten die sich AUGSBANGERS schimpfen, mit denen zocken wir ausschließlich hier in der Gegend rund um den Zusammenfluß von Lech, Wertach und dem Hasenbräu-Abflußrohr. Eine Metalszene darüber hinaus, hm, davon hätten wir schon was mitbekommen falls es eine geben würde. Aber wir gehen nur zum Essen in die Kantine, nicht zum Metalhören oder Szenelesen.

10. Ein abschließendes Statement bitte!
Bernd: Nö.

10a. Ach komm...
Bernd: Oder doch: wir wollen nicht ernst genommen werden sondern richtig. Wenn ihr uns seht, riecht oder hört, gebt uns ein Bier aus. Damit unterstützt ihr Maniacs da draußen den Metalunderground, ohne den würde es den Metal und einige Brauerein gar nicht mehr geben. Man sieht sich on the road.oder im Dudelsack. CHEERS !

Bernd, auch im Namen der Redaktion herzlichen Dank für dieses exquisite Schwarzbr...  äh Beispiel (Selbst-)Darstellender Kunst!

 

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