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STORM

Den bis auf Weiteres letzten Teil der LECHMETAL-Interviewreihe rundet Conner aka Cornelius Braun ab.

Der STORM-Fronter (im Bild links) (Anm. d. Red.: Conner hat vor einiger Zeit das Mikro gegen die Gitarre ausgetauscht, Sänger von STORM ist seither ex-FETUS CHRIST-Vokiller Koller) und nach Meinung vieler die bessere Besetzung für den männlichen Part des Augsburger Kabarett-Duos HERR UND FRAU BRAUN gibt im Folgenden einige gleichermaßen tiefschürfende wie interessante Einblicke in die Bandstruktur der Augsburger Coreler.

storm

01. Welche Idee steckt hinter der Band, wie würdet ihr euch stilistisch einsortieren?
Conner: Der Grundgedanke der Band war, glaub ich, einfach eine Plattform zu gründen, um sich hemmungslos in die Ecke zu jagen und nebenbei noch harte Musik zu machen. Insgesamt isses dabei auch geblieben, allerdings jetzt auf allen Ebenen professioneller wie noch zu Anfangszeiten...

02. Gibt es einen kreativen Kopf innerhalb der Band, der das musikalische Konzept weitgehend vorgibt oder wird bei euch der demokratische Grundgedanke gelebt?
Conner: Hm, bei uns gibt es eigentlich zwei Fraktionen: Die sog. *räusper* "Insektenfraktion", die eher auf wirre Strukturen und Dissonanzen steht (MESHUGGAH, THE DILLINGER ESCAPE PLAN, CEPHALIC CARNAGE) und auf der anderen Seite die Melodiefraktion, die aber eigentlich nur aus mir besteht und eher von AT THE GATES und DARK TRANQUILITY inspirierte Riffs beisteuert, sodass sich dann letztendlich die oben genannte Mischung ergibt. Insgesamt trägt also jeder seinen Teil zum Gesamtsound bei, wenngleich die Riffs eigentlich nur von den Gitarristen kommen.

03. Welche musikalischen Vorbilder hattet ihr bei Bandgründung, von welchen Bands lasst ihr euch heute inspirieren?
Conner: In den ersten paar Jahren (ich persönlich war damals noch nicht dabei) war der Sound schon relativ stark inspiriert von SEPULTURA, MACHINE HEAD und Konsorten, mittlerweile geht das ganze mehr in die Schweden-Death Ecke, immer wieder mit Grooves durchsetzt. Ich will aber hier mal das Unwort "Metalcore" vermeiden, weil dass doch schon relativ abgegriffen is.

04. Wie lauten deine aktuellen drei Lieblingsscheiben?
Conner: Ich nenn lieber mal die Scheiben, die wir am häufigsten in der Probe hören, als da wären: NASUM "Helvete" und "Shift" (da hat sich der Kerl noch ein Denkmal gesetzt...) AMON TOBIN - alles (ist so ein angejazzter Drum&Base-Typ aus Brasilien, sehr entspannt) (Könnte der Beschreibung und Örtlichkeit nach auch ein neues Pseudonym von Mathias Urban sein - Anm. d. Verf.) und wahrscheinlich immer dann, wenn der Koller und ich nicht da sind: MESHUGGAH & THE DILLINGER ESCAPE PLAN

05. Welches Ereignis war aus Sicht der Band bis dato das Highlight?
Conner: Ein Highlight war sicher der Auftritt mit CALIBAN in der Kantine im Mai 2005, da waren dann doch für unsere Verhältnisse ungewohnt viele Leute da. Für mich persönlich war allerdings unser Auftritt in Köln das Highlight unserer Bandgeschichte. Allerdings weniger der Auftritt an sich, sondern viel mehr das ganze Drumherum. Nicht nur, dass uns einige Freunde begleitet haben, auch der Crazy war vor Ort, der is allein mit dem Zug nachgekommen...

06. Könnt ihr mit dem Verhältnis aus eurem Engagement und dem, was an Resonanz dabei herauskommt, zufrieden sein oder hat das Publikum die Band noch nicht vollständig angenommen?
Conner: Leider muss ich da zugeben, dass unser Engagement hinsichtlich Auftritte organisieren nicht besonders groß ist, weswegen wir auch nicht jedes Wochenende einen Gig zocken. Wenn wir aber bisher gespielt haben, sind wir zumindest noch nicht mit Bierflaschen beworfen worden, auch wenn wir's manchmal wahrscheinlich verdient hätten (zumindest aufgrund der spielerischen Leistung). Das Größte war mal, als uns etwa eine Woche nach einem Auftritt einer, der wohl auf unserem Konzert war, ein Mail schrieb und uns fragte, ob er Tabs von unseren Songs haben könnte - da waren wir schon ziemlich erstaunt und erfreut!

07. Welche Ziele verfolgt ihr mit eurer Band?
Conner: Mir persönlich gehts einzig und allein um den Spaß, besonders bei den Proben. Nachdem jetzt dann unsere neue CD fertig ist, werden wir die mal verschicken und auf hoffentlich positive Kritiken warten. Vielleicht spielen wir dann auch mal wieder ein paar Auftritte.

08. Seht ihr innerhalb des Genres, in dem ihr euch bewegt, noch Weiterentwicklungspotenzial, oder ist die Idee dahinter weitgehend ausgereizt?
Conner: Wie gesagt, im Metalcorebereich ist eigentlich meiner Meinung nach schon alles ausgereizt, ich sehe da nur noch wenig Möglichkeiten für Neuerungen. Da ich persönlich zuletzt wieder vermehrt Black Metal höre, wäre es vielleicht eine Idee, diese Komponente mal mit einzubringen, so in Richtung BLACK DAHLIA MURDER. Allerdings ist das nur mein Gedanke, die anderen Bandmitglieder denken da sicher etwas anders und würden wahrscheinlich versuchen, mehr Polyrhythmik á la MESHUGGAH in das Soundgerüst einzubauen. Allerdings scheitern wir da teilweise auch an unseren technischen Fähigkeiten, und müssten vielleicht bei den Proben weniger trinken, dafür aber mehr spielen...

09. Gibt es deiner Meinung nach eine regionale Metalszene im weiträumigen Einzugsgebiet von Augsburg oder handelt es sich dabei um autark operierende Bands?
Conner: Klar gibts hier eine Metalszene, die sich denk ich mal ganz gut versteht. Man sieht das ja an gemeinsam besuchten Konzerten und Festivals, die immer wahnsinnig Spaß machen. Auch die Gründung von Lechmetal und das Forum sind da ein wichtiger Punkt!

10. Ein abschließendes Statement bitte!
Conner: Image ist nichts, Durst ist alles! Merci an das LECHMETAL- Magazin für das Interview, freut mich, dass wieder was los is, insbesondere jetzt mit der neuen Homepage, großes Lob von uns und weiter so! Ansonsten kommt demnächst unsere neue Scheibe (Arbeitstitel: "The Swarm") raus, wird grad gemischt...

Conner,  im Namen der gesamten LECHMETAL-Truppe besten Dank für die lobenden Worte und unser Dank zurück an deine Adresse für deine wirklich fundierten Aussagen!

Weitere Infos unter   http://www.page-of-storm.de

 

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