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Wacken Open Air 2010 - Festivalbericht

Wacken Open Air 2010

05. bis 07. August 2010

 

 

 

Das weltweit größte und bekannteste Metal-Festival, das Wacken Open Air, fand 2010 zum 21.mal statt und konnte wie eigentlich schon jedes Jahr zuvor, durch sein Wetter (Come rain/ come shine) literweise eiskaltes Bier  und Metaller so weit das Auge reicht, überzeugen. Metalpresse.de hat zwei Reporter zum Festival geschickt um sich das Heavy-Metal-Highlight des Jahres direkt vor Ort anzuschauen. In diesem Sinne: „Kopf in Nacken auf nach Wackööööönnn“.


Nachdem ein Großteil der Metalfans, die auch nicht davor zurückschrecken aus Südamerika oder Skandinavien anzureisen, mittlerweile schon am Dienstag oder spätestens Mittwoch anreist, geht  das eigentliche Hauptprogramm auf den beiden Mainstages erst am Donnerstag los. Eine frühere Anreise ist jedoch sehr empfehlenswert, da man sich so zum einen einen guten Campingplatz sichern kann und zum anderen anderen Highlights, wie z.B. schon vorab literweise Bier trinken oder auch das legendäre Wacken-Firefighters Programm am Mittwoch im Biergraten, sowie auch die ersten Live Bands auf der W.E.T.Stage im Headbangers Ballroom, nicht verpasst. Wem das noch nicht reicht findet weitere Unterhaltung im Wackinger Dorf, in Bullhead City (einem Zelt in dem unter anderem Wrestlingveranstaltungen statt finden) oder einfach indem er seinem Fleisch auf dem Grill beim gar werden zuschaut.
Um 15.00 Uhr am Donnerstag öffneten sich endlich die Tore und los geht’s. Den Start auf der „Black Stage“ machte Thomas Jensens ehemalige Band Skyline, die mit zahlreichen Gastsängern wie den Metal-Urgesteinen Doro und U.D.O. die Menge gut in Stimmung bringen konnte. Dem folgt dann die Verleihung das Metal Hammer Awards. An sich keine Pflichtveranstaltungen, aber die Möglichkeit sich schon mal einen guten Platz zu sichern und das ein oder andere Bier als Stärkung zu sich zu nehmen. Weiter ging es auf der „True Metal Stage“mit der Schock-Rocker Legende Alice Cooper der in dem Sinne dieses WOA eröffnete. Die doch noch etwas starke Sonneneinstrahlung ließ noch nicht wirklich die richtige Stimmung aufkommen, aber alles in allem ein gelungener Auftritt mit gut funktionierender Bühnenshow und einem kultigen Alice Cooper dem man sein Alter nicht anmerkt. Dem folgte ein weiteres Highlight, mit der Glam-Rock Legende Mortley Crue aus Los Angeles. Die Band zeigte sich in einer erstaunlich guten Verfassung und legte einen soliden Auftritt hin, bei dem sämtliche alte und neue Highlights vertreten waren, wie z.B. "Shout To The Devil", "Too Fast For Love" und "Girls, Girls, Girls" . Die Spielzeit kam einem mit nur 75 Minuten leider viel zu kurz vor, um fast 30 Jahre Bandgeschichte darin unterzubringen. Der Headliner des WOA 2010 Iron Maiden bildeten den Abschluss des Donnerstags. Allerdings fällt einem im Vergleich zu 2008 auf, dass die Show nicht ganz so gut gelungen war und den ein oder anderen Metaller zum frühzeitigen Verlassen des Geländes bewegte. Der Sound war irgendwie zu leise und der Fokus lag auf den letzten Alben "Brave New World", "Dance of Death" und "A Matter of Life and Death", von denen die beiden letzteren definitiv zu den schwächsten der Bandgeschichte gehören. Iron Maiden ist glücklicherweise immer noch eine großartige Live-Band und gegen Ende des Konzerts kamen dann doch noch Iron Maiden Klassiker wie "Running Free", "Fear Of The Dark", "Iron Maiden" und "Hallowed Be Thy Name".Daher war es schon ein nettes Wiedersehen mit Eddie etc., aber leider keine legendäres Konzert wie im Jahr 2008. Da man den Donnerstag die meiste Zeit damit beschäftigt war zwischen „Black“ und „True Metal“ Stage hin und her zu wandern, fiel der Besuch bei der W.E.T. Stage leider sehr kurz aus. Das Augenmerk lag deutlich auf den Headlinern, so dass die hier vertretenen eher unbekannten Bands nur beim vorbeigehen angeguckt wurden und sich nur schwer, bzw. gar nicht, gegen das Programm auf den Mainstages durchsetzen konnten.



Nach dem man am darauffolgenden Freitag nach kurzer Nacht, vom frischen Grillduft geweckt wurde, öffneten sich bereits schon um 10 Uhr die Tore Richtung Mainstages. Tja und was soll man sagen, der Wille ist da, aber der Körper weigert sich einfach noch sich zu so früher Stunde aus dem Campingstuhl zu erheben. Zumal das Programm mit der heute zukommenden „Party“Stage sehr voll ist und es einfach nicht möglich ist, alle Bands zu sehen und man sich früh genug seine persönliche Running-Order zurecht legen sollte.
Die finnische Band Amophis war die erste Band des heutigen Programms, die um 11.45 die „True Metal“ Stage eröffneten. Amorphis spielten einige nette Kostproben des aktuellen Albums "Skyforger", während Songs von früheren Alben wie "Tales From The Thousand Lakes" und "Elegy" auch nicht fehlen durften. Der Funke wollte jedoch noch nicht wirklich überspringen, was wohl an der frühen oder wahlweise auch späten Stunde lag, bei der die meisten Metaler sich gerade mal den Schlaf aus Augen wischen, das erste Bier aufmachten und die Kutte in Form bringen.

 

Bei einem kurzen Ausflug zur „W.E.T.“ Stage kam man auch in den genuss einiger Bands, die dort ihr können zur Schau stellten. Den schwedischen Metalern von Astral Doors standen leider nur 30 Minuten zur Verfügung, die sie allerdings voll und ganz auskosteteten ihre Klassiker an den Metaler zu bringen. Patrik Johansson ist und bleibt einer der talentiertesten Sänger der Welt und stellte dies auf  dem Wacken Open Air in diesem Jahr erneut unter Beweis.

Die deutsche Nuclear Blast Hoffnung Hackneyed, die aus einem Haufen von Teenagern besteht, haben mittlerweile 2 mittelmäßige Alben, die auch irgendwie an mir vorbeigegangen sind, auf den Markt gebracht. Aber die Band hatte einen verdammt guten Live-Sound und spielte zu meiner Überraschung ziemlich fett. Am Abend konnte man hier auch noch auf Horror/Heavy -Metal Band  Lizzy Borden treffen, die den ein oder anderen geneigten Fan auf eine Zeitreise in die 80er mitnahmen. Aber nun zurück Richtung Hauptbühnen, vorbei an der kleineren „Party“Stage.

 

Den Einstieg auf der „Party“Stage bildeten End Of Green, die in diesem Jahr auf keinem Festival fehlen durften. Weiter ging es mit Job for a Cowboy, Voivod und den aufgrund des großen Erfolgs, von der „W.E.T“. Stage 2009 auf die „Party“ Stage beförderten, Frei.wild, die die menge ordentlich einheizten. Nachdem sie bei Nightwish ausgestiegen ist, wurde die finnische Metal-Diva Tarja Turunen auf kleinere „Party“ Stage degradiert. Wo sie ihren verbliebenen Fans Songs von ihren Solo-Alben bot. Mein persönlichen Geschmack trifft sie nicht unbedingt, wo wahrscheinlich auch viele durch Medien verbreitete Vorurteile eine Rolle spielen mögen. Dennoch aus der Ferne betrachtet, akustisch und stimmlich gesehen anscheinend kein besonders guter Auftritt. Abschluss bildeten 1349 und Atrocity.
Bei der „True Metal“ Stage kam man noch in den Genuss von The Boss Hoss, Kamelot und der deutschen Power-Metal-Band Grave Digger, die hier  ihr 30-jähriges Bandjubiläum feierten. Das Fundament bildetet dabei ein vollständige Auflistung  des Albums "Tunes of War", welches sich mit den schottischen Freiheitskampf gegen die britische Vorherrschaft im Laufe der Jahrhunderte beschäftigt. Der Sound war jedoch nicht so pralle, so dass der Auftritt durch Gastauftritte von Doro, Hansi Kürsch und Van Canto gerettet wurde. Dennoch ein nicht sehr spektakulärer Auftritt.

Freitagabend starteten Arch Enemy auf der Bühne durch, wirbelte wieder den Wackenstaub  auf. Einen absouluten fetten sound von Michael und Christopher lieferten die Gitarren. Arch Enemy' hatten viele Konzerte in den letzten Jahren, das sicherlich dazu beigetragen, aus ihnen ein Prachtexemplar von einer Live-Band zu machen und dies wird nun genossen auf dem Wacken.

Eine sehr große und unglaublich tighte Band ging auf die Bühne bei einbruch der Dunkelheit. Begleitet von Wacken eigenen Flammenwerfer und in rotes blutroten Licht getaucht, öffnete Slayer mit "World Painted Blood"! Und die Menge spielte verrückt. Ein riesiger Mann neben mir schrie mit tränen oder trunkenen Augen: "We are the HELL – S  L  A  Y  E  R !!!!" Tom Araya grinste mit fießem lächeln die Menge an und spielte mit alt gewohntem Lineup die Songs von Seasons in the Abyss – World Painted Blood runter. Zugleich feierte das quattet 20. Jubiläum und zeigten den Fans das sie immer noch so mächtig sind wie früher. Leider fand nach 75 Minuten der blut-head-bang rausch ein Ende.

 

 

Samstag

Kaum ist man da, ist das WOA auch schon wieder vorbei und Wehmut liegt in der Luft. Aber einen Tag hat man ja noch und der hat es dann noch mal in sich.

Schwedische viking Metal sagt man über das Programm bei Unleashed.?!? An der Black Stage  am Samstagnachmittag konnte sich der Headbanger selber ein Bild von machen. Unleashed hatten eine schöne Setlist, zusammeng gestellt u.a. durfte nicht fehlen "Hammer Battalion" Johnny Hedlund kam offensichtlich gut an und scherzte mit dem Publikum herum bei den Song "Wir kapitulieren Niemals" der vom Album "Als Trembles Yggdrasil" stammt. Mit "Death Metal Victory" wurde allen nochmals der Tinitus verstärkt.

Mit neuem Album im Gepäck und den fünf Amerikanern auf der Bühne konnte man an diesem Samstagmittag einfach nicht falsch machen. Als die Riffs von „Ironbound“ erklingen wusste man das es die Stunde des Thrash Metal Storm ist! Overkill gehört auch schon zu den Stam Artisten auf Wacken und sind mit ihrere Bandgeschichte und weiten Spektrum an Fans immer noch ein absoulute geile Live Band!!! Bei Konzerten wie diesen wünschte ich mir manchmal das die Veranstalter weniger Bands aber dafür mehr spielzeit den großen Künstleren geben würden. Aber man kann ja nicht alles haben und wenige ist oft mals mehr!
Wiederum bekam eine Band zuviel spielzeit als um sie zu füllen. Grindcore-Star-Band Lock Up hauten in die Tasten um kurze nach 17 Uhr. Auffällig zu diesee „späten“ Stunde relativ wenig Leute und diese mache ich jetzt nicht von meinen Persönlichen geschmack der Musik aus. Lock Up brachten viele Songs in Hülle und Fülle da sie alle relativ kurz und kackig sind, verließen die Jungs plötzlich und überraschend die Bühne. Auf der einen Seite war es interessant die Band live zu sehen, auf der anderen Seite ein absolute falsche Bühne.

Das Blackie Lawless nicht mehr der jüngste ist, ist klar, aber dennoch überzeugt er weiter als W.A.SP. Frontmann und lieferte einen Klassiker nach dem anderen. Aber auch Songs vom neuen Album „Babylon“ durften nicht fehlen. Weiter ging es mit der Spaßband Edguy, die ordentlich Stimmung machten und einen tollen Auftritt ablieferten. Es wurde auch mal Zeit, dass die Jungs sich mal wieder auf dem WOA blicken ließen  und das nicht nur in der Form des Soloprojekts von Tobi Sammet „Avantasia“ welches nach 2009 auch 2011 wieder Headliner  wird. Donnernd geht es mit Soulfly weiter, wodurch auch die letzten Erschöpfungserscheinungen nach vier Tage Festival  wie weggeblasen waren. Live ein absolutes Highlight.
Eine Reihe von großen Titeln und agressiven Fans die nur darauf warteten auszuflippen war bei Cannibal Corpse zu erwarten. Mit weit über 15 Titel gepackt in einer knappen Stunden räumten die amerikaner tüchtig auf! Cannibal Corpse hatten Playlist mässig nur „old classic hit“ drauf gepackt und mit der ausnahme „Vile“ liesen sich sich nicht zimpern noch als Bonus „Hammer Smashed Face“ zu spielen. Ein verdammt geiles wenn auch nicht Soundtechnisch perfektes Konzert mit einer wirklick geilen atmosphäre der Fans! Wild – Schnell – Hart so soll es sein!

Die Norwegische Black Metal Band  Immortal, die im vergangenen Jahr endlich ihre Rückkehr mit dem Album "All Shall Fall" makierten, vergaben dem WOA ein EXTRA Punkt auf dem Billing! Immortel spielten nur Songs aus dem Zeitraum 1999-2009! Feuer/-Pyrotechnik gehört einfach dazu und daher kann jeder Fan auf seine kosten! „Damned in Black“ oder „One by One“ fiel sehr starkt in das gewicht der zuhörter. Denn solche klassiker durften einfach nicht fehlen! „Stand with the Fall of Time“ gehörte zu den stärksten Nummer der live Show!

In wie weit einem das Programm zusagt, bleibt letztendlich jedem selbst überlassen, aber dennoch ist so ziemlich für jeden etwas dabei, was bei der Fülle verschiedener Stilrichtungen durchaus nicht einfach ist, aber dieses Jahr recht gut gelungen ist. Dennoch gab es auch die ein oder andere Enttäuschung, wie z.B Iron Maiden die mit ihrer Setlist nicht so überzeugen konnten, Grave Digger und WASP die eher langweilig wirkten, oder aber auch echt nicht jedermans Sache Tarja. Wiederum gab es auch Underground Bands die überzeugen konnten, wie The Devil's Blood oder Suicidal Angels, oder auch altbewährte Bands wie Mortley Crue oder Edguy.
In den letzten Jahren hat das WOA den Ruf bekommen generell zu kommerziell geworden sei. Klar findet man es nicht gerade besonders pralle bei verfrühter Anreise (Dienstag) gleich schon mal 10 Euro auf dem Campingplatz abzudrücken. Aber wer sein Zelt nicht im dunkeln oder quasi im Nachbarort aufstellen will und die nächsten Tage nicht ewig lange zum Festivalground laufen will, dem bleibt leider nichts anderes übrig. Dennoch wird die Organisation, gerade was auch die Sanitären Anlagen angeht, von Jahr zu Jahr besser. Die Dixies waren nie besonders weit weg und wurden regelmäßig geleert. Auch von dem An-oder Abreisestau haben wir nichts mitbekommen.

Daraus lässt sich schließen, dass das Wacken Open Air ist immer noch für das Publikum ausgerichtet sein, gäbe es auch für die großen Namen, die meisten Bands einfach zum Entspannen in einem sicheren Abstand von den schlimmsten Staus, wenn Sie wollte erlebt werden konnte überfüllt. Ein großes Fest mit vielen tollen Annehmlichkeiten für die Zukunft hoffentlich noch mehr bringen positive Erfahrungen.

 

Foto Material steht uns leider nicht mehr zur verfühgung.

 

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