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Metalfest Open Air Germany 2010 - Festivalbericht

Metalfest Open Air Germany 2010


Flughafen Dessau: Das Haar hält! Zumindest noch, denn auf der ehemaligen Landebahn sollten vom 13. bis zum 15. Mai keine Flugzeuge mehr landen, dafür aber umso größere Headliner! Die Anreise begann für alle Metalfest Besucher, die ihr Ticket voll ausnutzen wollten, schon am Mittwoch zur Warmup-Party.


Donnerstag:

Der Vatertag wurde mit ersten Erlebnissen vom Vorabend wieder mit Bier, Musik und Grillfleisch eröffnet. Auf Grund der eisigen Nachtkälte von 3 °C musste man sich schon daran gewöhnen, dass die nächsten Tage wohl kein sonderlich gutes Wetter herrschen würde. Doch davon ließ sich kaum jemand unterkriegen!

Nun hatte das Metalfest begonnen und BURIAL VAUL versetzten die Hangar Stage (Halle) in Schwingungen. Die Melodic Death Metaller haben sich dem Metalfest Publikum schon im letzten Jahr erfolgreich unter Beweis stellen können. Leider war die Akustik in der Hangar Stage zum Teil nicht mit jener der Main Stage vergleichbar. Nichts desto trotz füllten die Jungs aus Niedersachen schon nach dem zweiten Song die Halle!

Auf der Main Stage hauten die SUICIDAL ANGELS in die Saiten! Aggressive Moshpits bei Songs wie „Lies“ oder „The Prophecy“ ließen die Menge toben! Durch gekonnte Showeinlagen des Sängers Nick Melissourgos bebten die Betonplatten auf dem Platz. Auch zu diesem Zeitpunkt blieb das Metalfest noch vom Regen verschont.

Back to the 80´s hieß es als ENFORCER auf die Hauptbühne stürmten! Ein guter Mix aus Metal und Rock, wie man ihn gewohnt ist. Schrille Outfits mit engen Leggings und dazu eine geile Show a la Axel Rose. Das macht die Jungs aus Schweden aus!

Später kehrten die Griechen ROTTING CHRIST zurück und kamen mit rasantem Black Metal und einer geballten Ladung fieser Riffs auf die Bühne der Hangar Stage. Den Fans wurden aktuelle Songs aus dem Album „Aealo“ vorgestellt und so entwickelte sich der Auftritt zu einem unserer Highlights des Donnerstagabends!

DORNENREICH: Das Trio aus Österreich eröffnete mit „Jagd“ ihre Show. Jeder der diese Band einmal Live gesehen hatte, wusste dass es hier mehr war als einfacher Black Metal! Melodische Geige und ein ambitionierter Spannungsaufbau der Songs machten DORNENREICH zu einer sehenswerten Band.

LEAVES EYES: Frontfrau Liv Kristine erregte mit ihrem Gothic Gesang schnell die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Trotz anfänglicher leichter Soundprobleme, hatte sie die volle Bewunderung für sich.

Um ca. 21:45 Uhr war es dann endlich so weit und LEGION OF THE DAMNED betraten mit atemberaubenden Feuereffekten, sowie aggressiven Klassikern, wie „Werewolf Corpse“ oder „Legion of the Damned“, die Main Stage und heizten dem Publikum so richtig ein.



Freitag:

Der zweite Tag auf dem Metalfest brach an und die Hauptbands standen noch aus! Gefroren hat in dieser Nacht wohl so ziemlich jeder! Bei einer Nachttemperatur, die immer noch bloß 3 °C betrug auch wenig verwunderlich! Daher war es morgens an der Zeit den „Service“ des Festivals zu nutzen. Im Prinzip standen einem zwei vernünftige Möglichkeiten zur Verfügung, um in den Tag zu starten! Entweder man gönnte sich an der Bar etwas ordentliches Hochprozentiges, um den Pegel vom Vortag zu erhalten bzw. diesen schnell wieder zu erreichen! Oder aber man ging den Tag gemütlich mit Kaffee, Brötchen und Rührei an.

Nach der Stärkung für Magen oder Leber konnte man sich gegen 10 Uhr die ersten Stände auf dem Festivalgelände genauer anschauen. Von Ketten, Armbändern, LPs, CDs, über Shirts – es gab eine riesige Auswahl an Merchandise und Ähnlichem. Selbstverständlich waren auch eine Cocktail-Bar, sowie unzählige Bier / Fastfood Buden und ein Met Stand vorhanden. Jeder bekam das, was er wollte bzw. brauchte!

Nach der Rundumschau konzentrierten wir uns natürlich wieder auf das Wesentliche - die Bands.

Es war 12:00 Uhr und Deathtrip, eine Newcomerband aus unserer Heimat Bremen, gab den Startschuss! Trotz vorherrschender eisiger Morgenkälte sammelten sich mehr und mehr Leute vor der Bühne. Schon das Intro der Fünf ließ erahnen, dass sie mehr zu bieten hatten als ihre unzähligen Piercings und eindrucksvollen Tätowierungen, gestochen von Frontmann und Tätowierer Säbel. Dieser zeichnet sich auch durch sein agiles und aggressives Auftreten auf der Bühne aus. Darüber hinaus gab es rasche Breakdowns und geile Riffs – sie machten ihrem Namen also alle Ehre!

Am Nachmittag machten sich über dem gesamten Gelände die Klänge eines ganz bestimmten Intros breit und jeder wusste, dass die Death Metal Veteranen VADER mit „This is the War“ in den nächsten Sekunden den Krieg verkünden würden! Der Platz war stetig erfüllt von einem Gewitter aus Blastbeats, Doublebass und tiefen, aggressiven Riffs. Es war ein gelungener Auftritt, wie man ihn liebt und auch von den Jungs erwartet.

Im Anschluss waren die hoch gelobten Pagan Metaller von VARG am Zug! Die Band aus Bayern tourte schon erfolgreich mit Finntroll und anderen. Auf der Main Stage des Metalfest stellten sie ein Mal mehr unter Beweis, dass sie ihren aktuellen Erfolg mehr als verdient haben! Geile Songs wie „Blutaar“ und eine gelungene Performance, bei der das einheitliche Kriegeroutfit mit schwarz-rotem „Corpsepaint“ eindrucksvoll mitwirkte.

Abends betrat die Deutsche Metal Band VAN CANTO die Bühne der Hangar Stage. Inga, Leadsängerin der Band, schaffte es nicht nur mit schöner Stimmte das Publikum zu begeistern. Die a capella Band ohne Gitarristen machte wirklich einen enormen Eindruck, denn wer kann sich schon vorstellen, dass es eine Band ohne Gitarristen aber mit fünf Sängern schafft, eine so erfolgreiche Show abzuliefern? Beeindruckend!

MARDUK, um 23:35 Uhr zusehen – dunkelster Black Metal aus Schweden in einer vier Mann Formation! Ob es gewollt war, dass die Black Metaller in der Halle spielten, damit ihre Songs noch mehr Wirkung zeigten oder einfach nur Zufall? Das wusste man nicht. Aber über eines war sich spätestens nach dem Auftritt jeder im Klaren und zwar, dass die Jungs stilechten Black Metal mit Corpsepaint und Blastbeats auf die Bühne brachten.

Der Freitagabend wurde auf der Main Stage mit Testament beendet, die wie gewohnt eine fette Show lieferten!


Samstag:

Samstagmorgen: Das Wetter zeigte sich noch einmal von seiner schlechtesten Seite. Seit Freitagabend regnete es und die Wolkendecke am Himmel gelobte auch keine Besserung. Das Festivalgelände hat sich trotz des Betonbodens langsam in ein Sumpfgebiet verwandelt. Die letzten Reserven wurden aufgebraucht, um heute das Endprogramm anzuschauen! Wer die Überbrückungszeit von Band zu Band verkürzen wollte, hatte die Möglichkeit sich neben der Main Stage Autogramme seiner Lieblingsbands zu sichern.

Am Nachmittag ließ der Dauerregen dann allmählich nach und kurz darauf betraten Death Angel pünktlich um 17:05 Uhr die Hauptbühne. Die sympathischen Thrasher um Frontmann Mark Osegueda konnten ab der ersten Sekunde voll überzeugen. Mit energiegeladener Bühnenshow und einer guten Songwahl schafften es Death Angel richtig Bewegung ins zahlreiche Publikum zu bringen.

Eine Stunde später legten dann Alestorm mit ihrem schottischen Powermetal ordentlich nach. Wer dann noch schnell in die Hangar-Stage wollte, wurde leider enttäuscht. Dessicated waren zur Zeit ihres geplanten Auftrittes noch irgendwo in Österreich unterwegs und sagten ihren Auftritt kurzfristig ab. Die Nachricht kam bei den Fans verständlicherweise schlecht an.

Doch zurück zur Main-Stage, wo das nächste Highlight stattfinden sollte: Sepultura!

Doch auch aus dem Sepultura-Lager gab es anfangs schlechte Nachrichten. Die Autogrammstunde vor dem eigentlichen Auftritt wurde leider abgesagt, da Gitarrist Andreas Kisser, laut Aussage des Bandmanagers, zurzeit noch mit Schüttelfrost im Tourbus lag. Dennoch wurde das Equipment der Band hinter der Bühne unter Hochdruck zusammen geschraubt und von einer nicht stattfindenden Show war zum Glück nie die Rede.

Tatsächlich betraten Derek Green und Co um kurz nach 19:00 Uhr die Bühne. Hits wie „Territory“, „Arise“ oder „Troops of Doom“ wurden vom Publikum sofort mit heftigem Applaus belohnt und die Band lief zur Höchstform auf. Die Spielfreude war den Vieren deutlich anzusehen und auch neue Stücke aus dem aktuellen Studio-Album „A-Lex“ kamen beim Publikum gut an. Als dann „Roots Bloody Roots“ angespielt wurde, kam noch einmal richtig Stimmung auf und die ersten Reihen des Publikums waren erfüllt von schwingenden Haaren und Circlepits.

Langsam wurde es dunkel. Genau die richtige Atmosphäre für die Death Metal Kapelle Six Feet Under. Dread-Monster Chris Barns hat mit seiner kräftigen Stimme und unverkennbaren Growls die Menge zum rotieren gebracht. Klassiker und Coverstücke wie „TNT“ von AC/DC machten richtig Laune und rundeten das Programm ab. Das Wetter blieb immer noch trocken und das Publikum sammelte sich geduldig vor der Main-Stage zum nächsten Akt.

21:45 Uhr: Für die meisten Besucher des Metalfest kam es nun zum größten Highlight des Festivals. In wenigen Minuten sollten sich Behemoth auf der Bühne einfinden und den Dessauer Flughafen zum beben bringen. Bis dahin hatte es keine Band geschafft, so viel Publikum vor die Bühne zu locken und das hatte auch seinen Grund. Behemoth um Frontmann Nergal schufen eine einmalig düstere Atmosphäre auf der Bühne und präsentierten in perfekter Form Songs wie „Conquer All“, „Slaves Shall Serve“ oder den neunen Livebrenner „Ov Fire and the Void“. Eine perfekte Inszenierung aus Show und musikalischem Meisterwerk, die die Menge zum toben brachte!

 


Fazit:

Das Metalfest weist ein perfektes Preis-Leistungs-Verhältnis auf und war trotz des schlechten Wetters ein voller Erfolg!

Das Festivalgelände erwies sich auf Grund des Betonbodens als regenfest und für weich gesottene bot die Hangar Stage jederzeit eine überdachte Alternative mit ebenfalls guten Live-Acts. Überschaubare Besucherzahl, kein langes Anstehen beim Einlass, als auch bei den Autogrammstunden. So bestand auch immer die Möglichkeit, ohne größere Probleme, bei den Bands ganz vorne mit dabei zu sein. Darüber hinaus war das Campen beim Auto von Seiten des Veranstalters gestattet und die fairen Sanitärpreise für saubere Toiletten waren auch sehr positiv zu bewerten.

Das Metalfest ist ein Festival, das man wirklich jedes Jahr mitnehmen sollte!

 

Festivalfotos befinden sich in unserer Galerie!!!

 

 

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